Freitag, 20. März 2009

NATUR PUR

Beim Nachdenken habe gemerkt, wie viel die Natur mir doch bietet/gibt und wie wenig ich zurück gebe.
Die Natur hat eine enorme Energie. Der See zum Beispiel ist für mich eine wichtige Energietankstelle. Er hat etwas beruhigendes an sich: seine klare Oberfläche, die Weite, die Wellenbewegung….

Auf der Zugfahrt in Richtung Süden staunte ich wieder einmal über die Schönheit der Natur. Die grünen Wiesen, die Seen, verschneite Berge etc.
Jedoch war auch zu sehen wie unberechenbar die Natur ist. So waren rund drei Schnee- und Steinlawinenkegel zu sehen. Die Grösse war beängstigend. Obwohl ich nicht direkt neben der Lawine stand, war dies für mich ein eindrücklicher Moment, welcher mich zum Nachdenken anregte.
Der Klimawandel hat hier auch seinen Einfluss. Auch mit dem Städtebau und den vielen Wohnsiedlungen schränken die Natur ein. Ein Ungleichgewicht entsteht. Die Natur ist gezwungen zu reagieren: Lawinen, Überflutungen, Erdbeben, Wirbelstürme, Tiere, welche sich verirren, keinen Lebensraum mehr haben, Arten, welche aussterben….

Dienstag, 17. März 2009

Gedankenlos?

Gestern nutzte ich die Gelegenheit und machte mich auf einen kleinen Spaziergang. Es war strahlender Sonnenschein und somit der ideale Zeitpunkt für den Auftrag.
Ich machte mich auf den Weg und lief dem Kanal entlang. Gedankenlos war ich definitiv nicht. Nur kreisten sich meine Überlegungen um andere Dinge als sonst im Alltag. Ich dachte über die drei Fischer nach, die am Kanalufer standen, staunte über die vielen Schneeglöckchen die überall am spriessen waren und hörte erstes Vogelgezwitscher. Mein Hauptgedanke war: „ Unsere Natur ist wunderschön!“
Ich fühlte mich als Teil der Natur und konnte für einen Moment meinen Stress und andere negative Gedanken ausblenden. Die Schönheit der Umgebung packte mich! Mein Ausflug brachte mir wieder in Erinnerung, wie wichtig es ist der Natur sorge zu tragen.
Überall auf den Wegen entdeckte ich Zigarettenstummel, kleine Abfallstücke und somit eine Vielzahl von Spuren von uns Menschen. Mir wurde bewusst, dass es viele Vorteile hat zu Fuss unterwegs zu sein. Ich konnte einiges viel genauer Beobachten, als wenn ich einfach mit dem Auto vorbeigeflitzt wäre.
Mein Vorsatz nach dem Spaziergang und meinen Überlegungen: Ich will den Schönheiten unserer Natur noch mehr sorge tragen als zuvor. Die Natur ist etwas staunenswertes, das in sich funktioniert und abgeschlossen ist. Dies wird mir jeden Frühling wieder bewusst, wenn alles wieder beginnt zu spriessen und neue Lebensfreude erwacht. Ich als Mensch will versuchen, mehr in diesen Kreislauf hineinzupassen.

Draussen in der Natur

Nach drei Stunden Arbeit am Laptop hatte ich genug. Die ganze Zeit habe ich schon nach draussen geschaut und das schöne Wetter gesehen. Es kann doch nicht sein, dass ich im Haus sitze, während es draussen so wunderschön ist. Direkt vor meiner Haustüre habe ich Natur pur. Viel zu wenig Nutze ich diese Chance. Doch Gestern musste ich einfach. Ich ging nach draussen spazierte am Bach entlang, der direkt in den Wald führte. Es ist immer der gleiche Weg, den ich gehe. Auf diesem Weg fühle ich mich frei und unbesorgt. Es ist für mich dann immer wie ein Stück Ferien. Niemand sonst ist unterwegs. Es ist ganz ruhig. Ab und zu höre ich das Knacken von Holz oder ein Vogel, der gerade davon fliegt. Ich tanke die Sonnenstrahlen und die frische Luft und mache mich nach einer Weile mit viel Energie wieder auf den Weg nach Hause.

Montag, 16. März 2009

Meine Beziehung zur Natur

Ich gehe regelmässig in die Natur, vor allem mit meinem Pflegepferd. Nie kann ich besser abschalten, als auf diese Weise. Somit ist mir die Natur sehr wichtig. Beim Reiten nehme ich sehr viel im Wald wahr. Ich höre die Vögel zwitschern und schaue mich nach ihnen um. (Ich mag mich erinnern, dass ich letzthin einen Specht hämmern hörte.) Viele Schönheiten der Natur werden sichtbar: Eiszapfen, Sonnenstrahlen in den Bäumen... Mit dem Pferd reite ich oft zu einem Waldweiher. Mehrmals passierte es, dass mein Pferd selber anhielt, sich dem See zuwendete und umher schaute. Ich bin mir sicher, auch Tiere geniessen die ruhige Stimmung in der Natur.

Als ich dieses Wochenende für den Auftrag in den Wald ging, war ich nicht alleine. Viele andere Menschen hatten dasselbe Ziel. Ich konnte die Kinder beobachten, wie sie mit Stöcken im Matsch stocherten, wie sie die Vögel beobachteten und hinter den Bäumen verstecken spielten. Diese Naturerfahrungen sind für Kinder zentral. Im Wald hielten sich auch viele Sportfreunde auf: Jogger und Beiker waren oft anzutreffen. Bei meinem Aufenthalt ist mir der Duft ganz stark aufgefallen. Er war sehr frisch, warm und gut ;-) es riechte nach Frühling... Wenn ich mich draussen aufhalte, dann fühle ich mich viel freier. Ich kann für eine Weile Abstand zum Alltag gewinnen. Durch diesen Wochenimpuls konnte ich einmal mehr Energie tanken und die Natur mit ihren Besonderheiten noch bewusster wahrnehmen.

Mit der Natur fühle ich mich seit klein auf stark verbunden. Wir wohnen gleich neben dem Wald und gingen früher fast täglich dort hin. Meine Eltern haben somit sehr viel zu meiner starken Naturbeziehung beigetragen. Ich denke dies hat einen grossen Einfluss auf das Verhältniss zur Natur und somit auch zur Nachhaltigkeit. Wer die Natur zu schätzen weiss, will sie auch erhalten. Daher möchte ich mit meiner zukünftigen Klasse regelmässige Besuche im Wald machen. Ich möchte die Kinder zudem anregen, die kleinen (oder grossen!) Besonderheiten zu schätzen lernen.

1 Stunde am Seeufer

Heute habe ich mir Zeit genommen und bin für eine Stunde am Seeufer entlang gegangen. Das Wetter war perfekt. Die Sonne hat geschienen, die Temperatur nicht zu kalt und nicht zu warm.

Ich habe das von einem leichten Wind gekräuselte Wasser, die noch kahlen Bäume, den gelblichen Rasen, die wenigen Wasservögel ganz bewusst wahrgenommen. Es ist schön zu sehen, wie die Wellen an der Mauer abprallen, wie die Enten von den Wellen getrieben werden, wie sich die dünnen Äste dem Wind hingeben und wie sich einige Vögel von den ersten wärmenden Sonnenstrahlen verwöhnen lassen.
In dieser Zeit gelang es mir, die Menschen und den Lärm der Autos völlig auszublenden.

Es bedeutet mir sehr viel, dass ich selber Teil dieser Natur bin. Aber wenn wir nicht lernen, nachhaltig zu leben, wird für unsere Nachkommen diese wunderschöne Natur gar nicht mehr existieren.

Ich habe gemerkt, dass ich in dieser einen Stunde sehr viel Energie tanken und ich mich danach besser auf die Hausaufgaben konzentrieren konnte. Ich muss und werde in Zukunft viiiiel öfters mal nach draussen gehen, frische Luft schnappen, das Wetter geniessen und mich bewusst an der Natur erfreuen.

NATUR-BEZIEHUNG

Ich spazierte von meinem Zuhause nach Rorschach an den See. Dies mache ich ab und zu um die frische Luft einzuatmen und etwas Energie aufzutanken. Ich genoss es sehr, denn es wurde wieder wärmer, die Sonne schien und die Vögel zwitscherten vermehrt. Auch hörte ich einige Kinder, die draussen spielten, lachten und miteinander sprachen. Obwohl ich auf die Natur achtete, währenddem ich spazierte, gelang es mir nicht, meine Gedanken völlig loszulassen, denn wie ich schon im vorherigen Post geschrieben habe, bin ich momentan sehr gestresst. Trotzdem aber gelang es mir, die Natur genau wahrzunehmen. Wenn ich die Natur so betrachtete, vor allem als ich beim See angelangt war, löste sie in mir etwas Ruhe aus. Das Seewasser rauschte ein bisschen und die Möwen suchten fleissig nach Brotstücken im Wasser. Ich bin so froh, dass ich ländlicher wohne und nicht direkt in der Stadt, denn die Natur, die mich umgibt, ist so wertvoll. Sie zeigt so viel Leben und Farbe, doch leider wird sie immer mehr zerstört. Auch ich leiste natürlich meinen Teil dazu, wenn ich z. B. mit dem Auto fahre. Ich fühle mich mit der Natur verbunden. Diese Verbundenheit gründet auf meinen Erfahrungen von früher. Ich spielte nämlich sehr viel draussen und wanderte oft mit meinem Vater. Dabei war ich schon immer von Gewässern, Tieren und Blumen fasziniert. Diese Erfahrungen, die waren für mich prägend. Deshalb möchte ich in meiner Berufstätigkeit den Kindern auch solche Erfahrungen mit der Natur ermöglichen, damit sie merken, wie reichhaltig, geheimnisvoll und faszinierend die Natur ist.

Donnerstag, 12. März 2009

Achtsam wahrnehmen - achtsam werden

Diese Woche probierte ich jeden Tag achtsam zu sein. So fielen mir die vielen Zigaretten, die Papiere und die restlichen Abfälle auf, die zerstreut am Boden lagen und auf den nächsten Windzug warteten. Auf dem Bahnhof konnte ich zahlreiche Menschen beobachten, die über eine leere Tüte hinwegsteigen mussten, bis sie endlich jemand aufnahm. Umso glücklicher war ich über eine andere Beobachtung von meinem Zimmer aus wie sich auf dem Trottoir jemand bückte, ein Papier auflas und in den einige Meter entfernten Kübel warf. Das sind Vorbilder! Würden wir uns alle einmal am Tag bücken und etwas aufheben, so wäre eine sehr gute Tat für die Umwelt vollbracht. Als ich vor ein paar Tagen im Auto auf der Autobahn fuhr fiel mir auf, dass praktisch in jedem Auto nur eine Person anwesend war. Auch ich war alleine. Wenn immer möglich finde ich es sehr sinnvoll, Fahrgemeinschaften zu bilden. Bei mir war das an diesem Tag nicht möglich. Diese Woche sah ich während der Busfahrt zahlreiche Autos vor einem Schulhaus. Da es abends und somit dunkel war, sah ich dass die Turnhalle benützt wurde. Es war also irgendein Turnverein anwesend. Ich nehme an, dass diese Teilnehmer aus der Region stammen und somit auch gemeinsam anreisen könnten. Es ist wohl die Bequemlichkeit, die hierbei einfliesst. Während der Busfahrt fiel mir ausserdem auf, dass ich die ganze Fahrt alleine war. Ist das nachhaltig? Gut finde ich, dass ab und zu Angestellte Statistiken führen, worin die Personenanzahlen der Reisenden mit Fahrtziel aufgeführt werden. Einen Tag später ging ich einkaufen und stand vor dem Gemüsestand: Birnen aus Südafrika, Tomaten aus Marokko. Den hungrigen Menschen musste das egal sein, unüberlegt, unwissend oder gleichgültig griffen sie nach diesen Esswaren. Im Zug konnte ich eine Diskussion über Trauben mitverfolgen. Eine junge Frau bot seinem Begleiter Trauben an. Dieser nahm dankend zwei, drei Trauben und fragte sie, ob die jetzt käuflich seien. „Trauben sind jetzt nicht Saison, oder?“ Unsicher antwortete die Frau, sie habe sie ja gekauft und nicht hergehext. Im Wald fielen mir diese Woche die vielen Lücken auf, die durch Baumabholzungen verursacht wurden. Die Abholzungen sind für die Umwelt ein grosser Verlust. Trotzdem ist es teilweise nötig, da einige Bäume bereits angeknickt waren. Allgemein merke ich wie meine Mitstudierenden und ich achtsamer geworden sind. Lässt ein Dozent oder eine Dozentin trotz Sonnenlicht die Lampe laufen, benötigen wir mehrere Flipcharts für eine kurze Notation oder wird der Beamer stundenlang nicht ausgeschalten ärgern wir uns. Ich denke aber, das ganze hat eine positive Seite: Wir sind achtsamer und aufmerksamer geworden! Wir müssen diese Haltung weiterentwickeln und den Kindern vorleben, damit auch sie achtsam durch das Leben gehen.

Achtsam

Es ist schon überraschend zu sehen, was so ein Post-it Zettel alles bewirken kann. Seit ich den Zettel neben meinem Laptop liegen habe, fallen mir Dinge auf, die ich sonst gar nicht oder nur selten bemerkt hätte. Wenn ich mit mir selber beginne, stelle ich fest, dass ich persönlich achtsamer mit mir selber und auch mit der Umwelt umgehe. Ich gönne mir nach einiger Zeit Arbeit am Laptop eine Pause draussen in der Natur. Direkt vor meiner Haustüre liegt pure Natur. Wie gut mir das tut und wie schön das eigentlich ist, war und ist mir nicht immer bewusst.
Auch habe ich auf meine Mitmenschen geachtet. Ich habe sogar beobachtet, wer aus meiner Familie im Flur immer das Licht brennen lässt und dann meine Schwester darauf aufmerksam gemacht.
Auch war ich achtsam was in meinem näheren Umfeld passiert. Gerade habe ich einen Bericht in der lokalen Zeitung gelesen. Zwei junge Frauen haben an einer Bushaltestelle eine Menge Abfall zurückgelassen. Eine Leserin hat dies bemerkt und sich daran gestört und dies in der Zeitung veröffentlicht. Wären wir alle nur ein bisschen achtsamer, müsste man sich nicht an liegengelassenem Abfall stören.

8samkeit

8samkeit

Mein Post-it kelbt an meiner Zimmertüre.
Ich muss jedoch gestehen, dass diese Woche wohl die „unachtsamste“ Woche seit langem ist. Obwohl ich mir vorgenommen habe, alles bewusster und mit mehr Achtsamkeit anzugehen, funktionierte dies diese kein bisschen. Es war eher eine Woche ala „so nicht“. Die ganze Woche arbeitete mein Gehirn auf Hochtouren, immer einen Schritt weiter, wenn nicht sogar zwei Schritte.
Am Mittwoch ertappte ich mich dabei, wie ich Zug fuhr, Musik hörte, einen Text las und in Gedanken für mich bereits eine Liste machte, was ich noch alles tun muss und wann ich was erledige.
Es gab nur ganz wenige Momente, in welchen ich mir bewusst Zeit nahm. So legte ich mich (vor einem Vorstellungsgespräch) auf mein Bett und begann bewusster und tiefer zu Atmen, damit besiegte ich meine Nervosität und fand eine Ruhe.
Dies ist eine Technik, welche ich oft anwende. Sie ist sehr hilfreich und funktioniert oft.

In den früheren Semestern freute ich mich jedes Mal auf den Freitag. Der Freitag war immer ein besonderer Tag, im Speziellen die Zugfahrt. Ich wusste, dass ich am nächsten Tag keine Schule hatte und somit nichts zwingend zu tun hatte. So sass ich jeweils in einem halbleeren Zugwagen, genoss meinen Kaffee und schaute aus dem Fenster. Ich sog alle Eindrücke regelrecht auf und bemerkte/beobachtete, obwohl ich diese Strecke von 1 ½ Stunden zweimal täglich und das 5mal in der Woche fuhr, bei jeder Fahrt etwas Neues. Ich genoss diese Zeit sehr.

Die heutigen Freitagsfahrten sind nicht mehr so eindrücklich. Der Zug ist voll, es ist laut und schaue ich aus dem Fenster, ist es dort draussen bereits dunkel.

Tja, jetzt hoffe ich, dass ich meine Woche noch mit mehr Achtsamkeit zu ende bringen kann…
Liebe Studierende,

Zwischen dem dritten und dem vierten Wochenimpuls melde ich mich als Ihre Blogbetreuerin bei Ihnen. Mit grossem Interesse habe ich Ihr Schreiben verfolgt und habe nun insgesamt fast 80 Posts zu CO2-Rechner, Medienberichten und Vernetzungen gelesen. Ganz unterschiedlich kommen sie daher: ausführlich und gut untermauert durch Recherchieren manche, kurz und bündig und etwas gar allgemein gehalten andere, mehr oder weniger kritisch reflektiert ein guter Teil der Posts und vor allem beim Fussabdruck allesamt konkret auf die eigene Situation und das eigene Verhalten bezogen. Grundsätzlich kommt es mir vor, als hätten diese drei Wochen doch wichtige Bewusstseinsimpulse bei Ihnen ausgelöst (stimmt’s?). Es fallen Ihnen Tatsachen, Situationen, Gegebenheiten und Zusammenhänge neu und anders auf. Mit Kopf und Herz, so scheint es mir beim Lesen sind viele von Ihnen auf die Fragen der Nachhaltigkeit eingestimmt.
Ich habe gemerkt, dass bei Ihren Posts vieles aufscheint, was mich auch beschäftigt. Auf einen Punkt möchte ich dabei kurz eingehen:
Wir wissen zwar um die Zerstörungen der Umwelt, um die sozialen Probleme und Ungerechtigkeiten hier und andernorts in der Welt und wir sind in der Lage, die unbequeme Wahrheit eigentlich ganz gut zu sehen. Gleichzeitig richten wir unser Verhalten doch nur bedingt auf diese Tatsache ein. Wir schwenken rasch wieder auf die Schiene ein, dass der Staat, die Wirtschaft, die Mächtigen doch sollten (was absolut richtig ist) oder dass andere - die Amerikaner zum Beispiel - noch viel schlechter sind als wir (was auch richtig ist). Damit kommen wir allerdings in der allseits vernetzten Welt nicht weiter. Wir können, ja wir müssen dort etwas tun, wo wir unsere Fähigkeiten haben und wo unser Einflussbereich liegt. Und der ist gar nicht so klein, wie wir oft denken. Einzelinitiativen summieren sich zu ganz gewaltigen Resultaten, bevor die Politik oder diejenigen der Mächtigen, die nicht an den Klimawandel „glauben“ (als ob das eine Glaubenssache wäre!) sich zu etwas aufraffen können.
Klar ist, dass immer Widersprüche bleiben, wie eben jeder Mensch an sich schon widersprüchlich ist. „Die Grenze zwischen Gut und Böse verläuft mitten durch jedes menschliche Herz“, hörte ich kürzlich und kann das gerade im Nachhaltigkeitshandeln bei mir bestens nachvollziehen. Ich weiss, dass ich im Alltag niemals 100% konsequent bin, dass ich an einer noch lange nicht nachhaltigen Institution arbeite und ich immer wieder abwäge zwischen verschiedenen Bedürfnissen und mich da und dort für einen kurzfristigen Gewinn entscheide. Dennoch - und das meine ich auch bei Ihnen zu spüren – ist das Leitbild Nachhaltigkeit fest im Denken verankert.
Ich melde mich noch einmal nach dem 5. Wochenauftrag. Ich wünsche Ihnen alles Gute beim weiteren Nachdenken über Handyrecycling, auf der Suche nach gerechter Schokolade, nach T-Shirts ohne Kinderarbeit, beim Genuss von Bio-Tee oder Erdbeeren im Frühling.

U.Frischknecht

Eben habe ich eine Webseite gefunden, die Einzelne miteinander vernetzt, damit sie sich nicht so alleine vorkommen: http://www.carbonrally.com/

Bewusstes Wahrnehmen

Meinen Post-it hängte ich an meine Zimmertüre. Immer wieder wenn ich die Türe öffnete kam mir mein Vorhaben in Erinnerung. Ich merkte jedoch, dass ich den Post-it aufhängen musste und es nicht mein eigener Entscheid aus innerer Überzeugung war. Ich bin mir sicher, dass die eigene innere Einstellung bei solchen Prozessen sehr wichtig ist. Ich versuchte das Beste zu geben und achtsam zu sein! Ich achtete auf das Verhalten meiner Mitmenschen und die Umwelt. Ich störte mich noch mehr als sonst an den Abfallstücken, die verteilt am Wegrand liegen, den vielen Autos auf den Strassen und den grossen Medienkonsum meines kleinen Bruders. Ich versuchte nicht nur achtsam zu sein sondern auch aktiv zu werden. Ich schaltete das Licht aus, das unnötigerweise in der Küche lief. Den Fernseher und den Computer schaltete ich über die Nacht ganz aus. Mit meiner Mutter sprach ich über die momentane Situation auf der Welt. Wir tauschten unsere Meinungen aus und reflektierten gemeinsam unser Verhalten intensiver und gaben uns auch Rückmeldungen.
Ganz stolz bin ich darauf, dass ich diese Woche für meine Verhältnisse extrem wenig Auto gefahren bin. Dies liegt jedoch auch daran, dass ich oft gar nicht die Möglichkeit hatte es zu benutzen. Ich konnte mich einfühlen, wie es ist weniger Auto zu fahren und musste oder besser gesagt durfte feststellen, dass vieles auch ohne Auto möglich ist.
Den Zettel werde ich morgen wieder von meiner Türe nehmen, dennoch will ich den Gedanken in mir weiterleben lassen und mit offenen Augen durch den Alltag gehen!

Mittwoch, 11. März 2009

ACHTSAM

Achtsam sein, das ist für mich schon eine Zeit lang wichtig. Ich nehme vor allem die Natur immer achtsam und brauche deswegen nicht ein Post-It um daran erinnert zu werden. Für mich ist die Natur einfach toll. Gehe ich spazieren, so entdecke ich immer wieder neue in der Natur, seien es verschiedene Blätterformen, eine Pflanze, ein bestimmtes Vogelgezwitscher, ... Ich habe für mich seit längerem entdeckt, dass ich draussen im Grünen etwas Abstand von der Schule nehmen kann und einfach die Natur betrachte und geniesse. Vor allem im Herbst, wenn überall bunte Blätter sind, ist es toll und auch im Frühling gefällt es mir beim Spazieren besonders, denn dann beginnt alles zu blühen und zu leben.

Betreffend der Mitmenschen habe ich, wie viele andere Studis, gemerkt, dass ich für sie gar nicht viel Zeit habe, denn das sechste Semester ist einfach nur purer Stress. Ich finde es so schade, denn die sozialen Kontakte sind doch so wichtig und geben einem wieder Kraft um weiter zu machen. Natürlich nehme ich mir ab und zu für meinen Freund und meinen Freundeskreis Zeit, doch ich würde lieber noch mehr Zeit mit ihnen verbringen. Jedoch ist es momentan einfach unmöglich, was ich sehr bedauere.

achtsam leben, achtsam wahrnehmen

Dieser Wochenimpuls stimmte mich sehr nachdenklich. Selbst nach wiederholtem Überlegen war es mir nicht wirklich möglich, die Frage „Lebe ich achtsam?“ befriedigend zu beantworten. Ebenso schwer fiel mir die Antwort auf den zweiten Impuls, ob ich meine unmittelbaren Mitmenschen achtsam wahrnehme.

Diese Woche wurde es mir wichtig, dass ich in der Schule, aber auch auf dem Nachhauseweg die Menschen wahrnehme und sie „beobachte“. Dabei ist mir ganz stark aufgefallen, dass in fast jedem Auto nur eine Person sitzt. Mir war das vorher nie wirklich bewusst, und was das für die Umwelt und die Nachhaltigkeit zu bedeuten hat, das wissen wir alle…

Auch sind mir diese Woche die Raucher/innen auf der Strasse aufgefallen. Viele von ihnen werfen die Zigarettenstummel achtlos auf den Boden und gehen weiter, als wäre nichts gewesen. Mich würde es interessieren, ob sich diese Menschen gar keine Gedanken darüber machen, was mit dem Begriff Littering gemeint ist…

Wenn ich heute auf Mariaberg durch den Kreuzgang und die Gebäude der PH gehe, fallen mir die neuen, grossen Bildschirme auf. Monitore, auf denen Informationen des Tages oder der kommenden Woche stehen. Ich frage mich ehrlich, was das bringen soll? Es wird die ganze Zeit von Nachhaltigkeit gesprochen, aber ist das wirklich nachhaltig?

Unlängst wurde eine wurde eine Frau an die PH eingeladen, die in einem Verein für Nachhaltigkeit mitarbeitet. Sie schenkte unserer Schule eine Flagge, die symbolisch dazu aufruft, nachhaltiger zu leben. Warum bloss wird diese Flagge an unserer Schule, obwohl wir einen freien Mast haben, nicht aufgehängt? Lassen das die vielen Strom fressenden, Ressourcen verschwendenden Monitore nicht zu?

Solche Widersprüche an einer Pädagogischen Hochschule nerven mich echt!

Was mir aber sofort durch den Kopf ging, sind meine Familie und Freunde. Ich stelle fest, dass ich seit einigen Wochen oder sogar Monaten kaum noch Zeit für sie habe. Meine Familie sehe ich zwar jeden Tag zu Hause, aber Zeit verbringen mit ihr kann ich selten.
Meine Freunde treffe ich nur noch am Wochenende. Für mich viel zu selten, um sie wirklich wahrnehmen und achten zu können. Ich hoffe, dass sich mein Sozialleben wieder deutlich verbessert, wenn die stressigste Zeit vorüber ist.

Trotz all dieser negativen Beispiele habe ich aber auch die andere Seite erlebt.
In dieser Woche habe ich von einigen Leuten erfahren, dass sie einem ohne Wenn und Aber helfen und unterstützen. Oder dass es Menschen gibt, die einem einfach nur zuhören und Gutes möchten.

Meine Erfahrungen in dieser Woche haben mir gezeigt, dass ich auch in Zukunft genauer hinschauen und meine Mitmenschen achtsamer wahrnehmen möchte.

Mittwoch, 4. März 2009

Papier

Papier ist etwas, das ich im Alltag und besonders im Rahmen des Studiums sehr oft brauche. In meinen Schränken stauen sich bereits viele, viele Ordner, die vor lauter Inhalt beinahe platzen. Täglich erhalten wir einen Stapel von Blättern, Zeitungen per Post. Doch was steckt alles dahinter? Was braucht es alles, bis ich eine Beige von Papieren auf meinem Tisch habe.
„Jeder fünfte Baum, wird für die Papierherstellung gefällt“; diese Aussage erschütterte mich. Dass es Bäume für die Papierherstellung braucht, war mir klar. Doch dass es so viele sind, jagte mir einen Schrecken ein.
Das Abholzen bringt natürlich Folgen mit sich. Tiere und Menschen verlieren ihr Zuhause. Pflanzen werden beschädigt, müssen sterben.

Das Holz wird bei der Papierherstellung mit Chemikalien gebleicht, diese sind für die Umwelt sehr schädlich.
Zudem muss das Holz, das Papier über sehr weite Strecken transportiert werden, weitere Schadstoffemisionen verursacht. Die maschinelle Herstellung benötigt viel Wasser und Energie.

Sicherlich entstehen durch die Herstellung auch viele Arbeitsplätze. Das Baumfällen, die eigentliche Herstellung des Papiers, der Transport und der Verkauf geben Arbeit.

Es geht auch anders:
In Recyclingwerken kann sogar aus bedrucktem, buntem Papier wieder weißes hergestellt werden. Das Altpapier wird eingeweicht und zu einer Art "Pappmaché" verarbeitet. Daraus entstehen in einer Papiermaschine große Papierbahnen, die nur noch zurechtgeschnitten werden müssen. Recyclingpapier muss also nicht grau und sofort als solches identifizierbar sein.

Es kommt darauf an, wie das Holz für die Papierherstellung geschlagen wird. Werden nur einzelne Bäume gefällt und die rundherum wachsenden stehen gelassen, kann der Wald sich selber wieder erholen und es wachsen wieder neue Bäume. Anhand eines Siegels auf der Packung kann man Papier, das aus solchen Bäumen hergestellt wurde, erkennen.

Fazit:
Mit Papier bewusst umgehen! Nicht Papiere in Unmengen benutzten. Altpapier sammeln!

Beim Papierkauf auch auf die Herkunft des Papieres achten!

Dienstag, 3. März 2009

Erdbeeren - jetzt mitten im Winter?

Tatsächlich! Als der Nachtisch beim Geburtstagsessen meiner Oma serviert wird, leuchten feuerrote Erdbeeren zwischen Vanilleeis und Mousse au chocolat. Und das zu dieser Jahreszeit, da draussen noch Schnee liegt?!
Ökologischer Wahnsinn! Ankurbelung der Wirtschaft. Sicherung von Arbeitsplätzen! Die Meinungen an der Festtafel driften stark auseinander, und die friedliche Feststimmung droht abzustürzen…

Die Frage, ob es wirklich Sinn macht, gleich tonnenweise Erdbeeren durch halb Europa zu fahren, scheint schnell beantwortet: Nein!
Drohender Klimakollaps, CO2- und Lärmemissionen ohne Ende.

Und doch, da gibt es auch die andere Seite. Nur zwei Tage darauf – ein Zufall – zeigt die Tagesschau eine Reportage zur Erdbeerproduktion in Südspanien.
Tausende schwarzer Arbeiter aus Senegal, Ghana, Nigeria oder auch Marokko finden in den riesigen Anlagen ihr bescheidenes Auskommen. Dass sie schamlos ausgebeutet werden, darf natürlich an dieser Stelle nicht verschwiegen werden. Es profitieren davon auch Hersteller von Gewächshäusern, Produzenten von Düngemitteln und landwirtschaftlicher Maschinen.

Beim Verzehr dieser Dessert-Erdbeeren tun wir also auch etwas Gutes, indem wir tatsächlich mithelfen, Arbeitsplätze zu erhalten. Die Früchte müssen auf Strasse oder Schiene nach Norden transportiert werden. Schön, denn Logistik-Firmen bekommen dadurch ihre Aufträge. Gleichzeitig meldet sich wieder das schlechte Gewissen, weil die Schwertransporter Lärm und Gestank verursachen und Strom kommt auch nicht einfach so aus dem Netz. Aber auch die Stromproduktion sichert unzähligen Fach- und Arbeitskräften ihr Auskommen.

Die beteiligten Personen sind also Folgende: Hilfsarbeiter/innen, Fürchte (Erdbeer-)Produzenten, verschiedenste Hersteller von Geräten oder Maschinen, Lastwagenchauffeure, Früchteimporteure, Grossverteiler, Verkaufspersonal z.B. in der Migros, Restaurantbesitzer mit Koch, Servierpersonal, Gast (Konsument)

Ganz so schlecht ist es also nicht, wenn ich als Konsumentin während der kalten Monate Erdbeeren esse. Und es gibt immer – egal wovon man spricht oder worüber man nachdenkt - ein Dafür und ein Dawider.

Montag, 2. März 2009

Vernetungen entdecken

Mein Tag beginnt meistens mit einem Glas Orangensaft.
Leider ist er nicht selbst gepresst, sondern kommt aus dem Tetrapack, was der Kreis der für Verantwortlichen und Mitbeteiligten erheblich ausweitet.
Nach einigen Recherchen, welche mir den Vorgang beschrieb, welcher mein O-Saft durchlaufen hat hier nun den Beschrieb.

Nach der, in Brasilien in der Regel händischen Ernte der Orangen werden diese in die – meist in unmittelbarer nähe der Plantage gelegenen- Sortierbetriebe gefahren. Dort werden die Früchte gewaschen und nach diversen Bereichen aussortiert: für den Direktkonsum der Früchte in Brasilien, die Pressung und Produktion von Orangensaft für den einheimischen Markt oder die Herstellung von Orangenkonzentrat zum Export nach Übersee (vor allem nach Europa).
Von den Sortierbetrieben aus geht es in die Pressereien, dort werden die Orangen zunächst gepresst und der Saft gereinigt und pasteurisiert. Das gewonnene Konzentrat wird tiefgekühlt und zum Verladehafen transportiert, von wo er eine ca 12000 km lange Reise nach Europa antritt.
In den Häfen von Rotterdam und Gent wird das Konzentrat in die gekühlten Tanks der jeweiligen grossen Fruchtsaftkonzerne gepumpt, wo es unter Umständen auch mehrere Monate aufbewahrt werden kann. Von dort bringen Tankwagen es zu den diversen Auffüllbetrieben in ganz Europa. Dort wird das Konzentrat mit Wasser verdünnt, verloren gegangene Vitamine und Mineralstoffe werden zugesetzte und das Produkt verpackt. Die letzte Station sind schliesslich die Läden des Einzelhandels.

Daraus ist erkennbar wie viele Leute für mich gearbeitet haben. So sind es sicherlich Plantagearbeiter/innen, diverse Fabrikarbeiter/innen, Transporteure (Schiff, LkW), Ladenangestellte und zudem kommt noch der Weg der Verpackung (Produktion, Layout etc.) hinzu, welche weitere Mitbeteiligte einschliesst. Mein Beitrag ist nur der Kauf des Produktes.

Ich kaufe den Orangensaft im Lebensmittelgeschäft und auf der Verpackung findet man das Max-Havelaar-Gütesiegel und folgenden Text:
„Das Gütesiegel von Max Havelaar steht für fairen und kostendeckenden Handel mit Produzentenorganisationen in benachteiligten Regionen des Südens. Dieser Orangensaft wird gemäss strengen Standards und möglichst umweltschonend produziert sowie fair gehandelt. Dank einem Fonds können Bauernfamilien Arbeiterinnen und Arbeiter zudem Projekte zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen realisieren.“
Obwohl ich den O-Saft jeden Tag trinke, habe ich den Text noch nie gelesen. Ich finde es jedoch gut, dass beschrieben wird wie das alles von statten geht.
Ich könnte sicherlich nachhaltiger leben, wenn ich den Saft selber pressen würde, jedoch würde die Orange immer noch einen Weg zu hinterlegen haben, bis sie bei mir ist. Dadurch, dass ich beim Kauf auf das Gütesiegel achte, leiste ich bereits einen kleinen Beitrag zur Nachhaltigkeit.
Es ist jedoch erstaunlich, wie viele Leute und welch eine Arbeit hinter einem Glas Orangensaft stecken kann.

Vom Weizen zum Mehl ... vom Mehl zum Brot

Als ich die Wochenaufgabe las, kam mir sofort das Brot in den Sinn. Ich esse jeden Tag Brot und wüsste nicht, was ich ohne Brot machen würde. Dies merkte ich auch in meinem Sprachaufenthalt in England, denn mit der Zeit mochte ich kein Toastbrot mehr sehen und ich sehnte mich etwas nach den vielen verschiedenen Brotsorten, die wir in der Schweiz haben. Deswegen heisst mein Thema heute "Vom Weizen zum Mehl ... vom Mehl zum Brot".

Als erstes säht der Bauer oder ein Getreidezüchter im Herbst Weizen mit Hilfe einer speziellen Sämaschine. Mit der Zeit wachsen die Weizen und Blüten (=Ähren) beginnen zu blühen. Wenn es aber ganz heiss ist, dann muss der Bauer oder Getreidezüchter darauf achten, dass die Weizen genug Wasser haben um zu wachsen. Ende Juni bis mitte Juli mäht der Bauer oder Getreidezüchter die reifen Weizen mit einer Mähdreschmaschine. Danach trennt er den Samen vom Rest. Sind alle Samen sorgsam aussortiert, bringt der Bauer oder Getreidezüchter die Weizen zum Müller, wo sie zuerst sorgfältig von Unreinheiten, wie zum Beispiel Staub, gereintigt werden. Danach werden die sauberen Weizen in der Mühle fein gemahlen, so dass Mehl entsteht. Dieses Mehl wird nun zu Grosslieferanten transportiert, wo es gewogen und abgepackt wird. Von dort kaufen die Bäckereien das Mehl ein und verabeiten es in der Backstube mit anderen Zutaten und mit Hilfe von Mischmaschinen und dem Backofen zu Brot. Dieses Brot kaufen die Leute entweder in der Dorfbäckerei oder im Backwarenteil eines Einkaufzentrums.

Nun habe ich beschrieben, was es alles braucht, damit wir Menschen das Brot kaufen können. Natürlich leistet aber nicht nur der Bauer / Getreidezüchter und die Arbeiter/innen der Mühlen und Grosslieferanten einen wichtigen Beitrag zur Brotherstellung, sondern auch viele Leute, die ich zuvor gar nicht dazuzählte. So gibt es viele, die die Weizen zur Mühle und das Mehl zu den Grosslieferanten und Bäckereien transportieren. Zudem müssen auch die Maschinen, die beim Säen der Weizen, beim Ernten, bei der Verarbeitung der Weizen zu Mehl und zum Brot beteiligt sind. Und diese Maschinen wiederum wurde auch von Menschen skizziert, geplant, gebaut und verkauft. Somit spielen sehr viele Akteure/Akteurinnen beim Prozess der Verarbeitung vom Weizen zum Brot mit. Dies ist mir jetzt wieder so richtig bewusst geworden und ich bin sehr froh darüber, dass es Menschen gibt, die dafür arbeiten, dass wir Brot kaufen und essen können. Natürlich aber entstehen auch umweltschädliche Stoffe bei der Produktion, aber ich denke, dass lieber irgendwo anders eingespart werden sollte als beim Produzieren von Brot, denn Brot ist ein Grundnahrungsmittel in unserem Land.

Sonntag, 1. März 2009

Vernetzungen in meinem Alltag

Kürzlich haben die Besitzerin meines Pflegepferdes und ich einen neuen Sattel gekauft. Dies klingt sehr einfach, bringt aber grossen Aufwand und viele Vernetzungen mit sich. Vorerst mussten wir im Internet und durch Anfragen einen geeigneten Sattler finden, der Sättel nach Mass anfertigt. Ohne Internet und ohne einen Bekanntenkreis mit hilfreichen Tipps wäre die Suche sehr erschwert gewesen. In Deutschland wurden wir fündig und meine Kollegin bestellte somit das Gestell, um die genauen Masse des Pferderückens abzumessen und einzustellen. Dieses musste vom Sattler auf die Post gebracht werden und von da begann die Reise in die Schweiz. Nach einigen wenigen Wochen kam das Paket an und der Inhalt konnte bearbeitet werden. Mit dem angepassten Gestell fuhr meine Kollegin mit dem Auto nach Deutschland zur Sattlerei. Dort konnte sie mit dem Sattler genaue Absprachen bezüglich des Materials und Zubehöres vornehmen. Einige Monate war der Sattler an der Arbeit und schickte schliesslich den fertigen Sattel per Post in die Schweiz. Nebenbei musste der Zahlungsverkehr noch geregelt werden. Nun haben wir endlich unseren gewünschten Sattel. So ein Mass-Sattel ist sehr teuer. Um den ganzen Aufwand und viel Geld zu sparen, hätten wir einen Occasions-Sattel kaufen können. Dies stellt aber auch viele Probleme und sehr viel Aufwand dar. Vielleicht findet man auch keinen passenden für den Pferderücken. Der Punkt des Wohlergehens für das Pferd war bei unserer Entscheidung ausschlaggebend. Ich denke die Autofahrt nach Deutschland und die Postwege könnten gespart bleiben. Doch sucht man einen (Occasions-)Sattel muss man ebenfalls grosse Fahrten sogar mit Pferd und Anhänger vornehmen, um den Sattel zu testen. Vielleicht hätten wir aber einen näher gelegenen Sattler auffinden können. Durch unseren Wunsch haben wir den Sattler und sein Geschäft unterstützt. Ausserdem hat meine Kollegin eine neue Bekanntschaft gemacht. Die Post bekam einen weiteren Auftrag. Dieses Durchdenken des Weges mit all seinen Vernetzungen zeigt mir, wie viele Berufe miteinander zusammenhängen und voneinander abhängig sind. Ausserdem ist es oft ein langer und komplizierter Weg, bis man das gewünschte Produkt schliesslich hat.

Beim Stichwort Post kommt mir noch eine Situation in den Sinn, mit welcher ich vor mehreren Tagen konfrontiert wurde. Um eine Bewerbung zu verschicken, ging ich auf den Postschalter. Ich wusste, dass der Brief auf die Reise nach Zürich in die Zentrale geht und dort aussortiert wird. Da aber meine Zieladresse das Postfach des Ortes war, an welchen ich auf den Schalter ging, wäre diese Reise sehr sinnlos. Diese Überlegung sah auch die Frau am Postschalter ein und machte eine Ausnahme. So warf sie ihn direkt in das Postfach ein, was mir wiederum zum Profit wurde, da der Brief früher am Zielort eintrifft. Wäre die Frau am Schalter nicht so verständnisvoll und unkompliziert gewesen, wäre die Situation des Briefweges viel aufwändiger gewesen und sehr sinnlos. So denke ich, gibt es viele Gegebenheiten in unserem Leben, wobei komplizierte, aufwändige und nicht ökonomische Massnahmen ausgeführt werden. Ein extremes Beispiel ist dasjenige der Druckerpatronen: Sind sie aufgebraucht kommt ein Konsument günstiger weg, wenn er einen neuen Drucker kauft! Daher entsteht aber viel Abfall und Entsorgungsaufwand. Ebenfalls können Berufe, die die Reperaturen aufnehmen, nicht unterstützt und produktiv werden. Analysiere ich mein Beispiel aber noch tiefer, muss ich bereits bei dem Papiergebrauch beginnen und nicht erst bei der Post. Für die Unterlagen stellt das Papier nämlich die Voraussetzung dar. Bäume werden verarbeitet und bis das Papier zum Gebrauch vorliegt, ist es ein langer Prozess. Als Lehrperson finde ich es wichtig, den Kindern den bewussten Umgang mit Materialien zu lehren. Sie sollen mit Papier nicht verschwenderisch sondern bewusst umgehen.

Meine Erkenntnisse aus diesen persönlichen Erfahrungen ergeben, dass im Alltag oft abgeschätzt werden muss zwischen Aufwand und Ertrag. Ebenfalls das Wohlbefinden spielt in der heutigen Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Den Kindern sollten wir die vielen Hintergründe und Entstehungsprozesse der Produkte erklären. Somit kommen den Produkten auch mehr Bedeutung zu. Wichtig finde ich es, dass wir sparsam handeln und probieren, die Wirtschaft zu unterstützen aber die Welt nicht zu belasten. Ein schweres Ziel!

Wie kommt die Milch zu mir in den Kühlschrank?

Ich habe die Milch ausgewählt, da ich jeden Tag Milch konsumiere. Ich wohne in einer eher ländlichen Gegend mit einigen Bauernhöfe. Die Milch hole ich mir aber nicht direkt beim Bauern sondern kaufe sie wie die meisten anderen Leuten in einem Lebensmittelgeschäft.

Wenn ich mir jetzt überlege, wer alles für meine Milch arbeitet, so beginnt das bei mir bei der Kuh. Die Kuh frisst den lieben langen Tag Gras, damit sie am Abend und am nächsten Morgen viel Milch abgeben kann. Der Bauer hat die Aufgabe die Kuh zu melken. Früher geschah dies noch von Hand heute ist alles maschinenbetrieben. Die Zukunft sieht so aus, dass ein Roboter die ganze Melkerei übernehmen wird. Der Bauer hat dann nur noch die Aufgabe, den Roboter zu überwachen.
Die Milch wird in grossen Tanks kühl gelagert, bis das Milchtransportunternehmen die Milch mit Tanklastwagen abholt. Mit den Lastwagen wird die Milch in eine Käserei oder Molkerei gebracht. Dort wird sie vom Molkerist oder von einem Käser verarbeitet. Entweder zu Käse, Milch in Flaschen, Joghurt oder anderen Milchprodukten. Nach dieser Station werden die Produkte in die Lebensmittelgeschäfte (Volg, Coop, Migros...) verteilt. Dies geschieht meistens wieder mit Lastwagen.
Die Verkäuferin oder der Verkäufer hat nun die Aufgabe die Milchprodukt ins Regal zu räumen und sie anschliessend zu verkaufen.

Die Beteiligten Personen oder Tiere sind also: die Kuh, der Bauer, Angestellte/r Milchtransportunternehmen, Molkerist oder Käser, Verkäufer/in im Lebensmittelgeschäft

Ich leiste meinen Beitrag, in dem ich die Milch kaufe. Würde ich (und auch alle anderen) eine Milch mehr kaufen, könnte der Bauer die Milch nicht abgeben bzw. die Kühe nicht mehr melken. Der/die Angestellte/r vom Milchtransportunternehmen hätte auch keine Arbeit mehr und es gäbe ebenfalls keine Molkerei oder Käserei. Also trage ich einen grossen Teil dazu bei, dass der Kreislauf der Milch geschlossen wird.

Es ist erstaunlich zu sehen, wie viele Personen und Unternehmen mitwirken, nur damit ich meine Milch jeden Morgen im Kühlschrank habe. Würde ich die Milch jeden Morgen direkt beim Bauern abholen, hätten einige Menschen keine Arbeitsstelle. Jedoch würde ich einen Teil zur Nachhaltigen Zukunft beitragen. All die Transportwege mit den Lastwagen würden wegfallen. Auch hätte es mehr Platz für die Weiden der Kühe, denn es gäbe keine Molkerei oder Käserei. Ich könnte mir die Milchprodukte wie Joghurt, Käse usw. selber herstellen. Das ist natürlich eine Illusion der heutigen Zeit, denn hier müssten alle Menschen mithelfen. Es reicht nicht, wenn jemand die Milch beim Bauern direkt holt.