Tatsächlich! Als der Nachtisch beim Geburtstagsessen meiner Oma serviert wird, leuchten feuerrote Erdbeeren zwischen Vanilleeis und Mousse au chocolat. Und das zu dieser Jahreszeit, da draussen noch Schnee liegt?!
Ökologischer Wahnsinn! Ankurbelung der Wirtschaft. Sicherung von Arbeitsplätzen! Die Meinungen an der Festtafel driften stark auseinander, und die friedliche Feststimmung droht abzustürzen…
Die Frage, ob es wirklich Sinn macht, gleich tonnenweise Erdbeeren durch halb Europa zu fahren, scheint schnell beantwortet: Nein!
Drohender Klimakollaps, CO2- und Lärmemissionen ohne Ende.
Und doch, da gibt es auch die andere Seite. Nur zwei Tage darauf – ein Zufall – zeigt die Tagesschau eine Reportage zur Erdbeerproduktion in Südspanien.
Tausende schwarzer Arbeiter aus Senegal, Ghana, Nigeria oder auch Marokko finden in den riesigen Anlagen ihr bescheidenes Auskommen. Dass sie schamlos ausgebeutet werden, darf natürlich an dieser Stelle nicht verschwiegen werden. Es profitieren davon auch Hersteller von Gewächshäusern, Produzenten von Düngemitteln und landwirtschaftlicher Maschinen.
Beim Verzehr dieser Dessert-Erdbeeren tun wir also auch etwas Gutes, indem wir tatsächlich mithelfen, Arbeitsplätze zu erhalten. Die Früchte müssen auf Strasse oder Schiene nach Norden transportiert werden. Schön, denn Logistik-Firmen bekommen dadurch ihre Aufträge. Gleichzeitig meldet sich wieder das schlechte Gewissen, weil die Schwertransporter Lärm und Gestank verursachen und Strom kommt auch nicht einfach so aus dem Netz. Aber auch die Stromproduktion sichert unzähligen Fach- und Arbeitskräften ihr Auskommen.
Die beteiligten Personen sind also Folgende: Hilfsarbeiter/innen, Fürchte (Erdbeer-)Produzenten, verschiedenste Hersteller von Geräten oder Maschinen, Lastwagenchauffeure, Früchteimporteure, Grossverteiler, Verkaufspersonal z.B. in der Migros, Restaurantbesitzer mit Koch, Servierpersonal, Gast (Konsument)
Ganz so schlecht ist es also nicht, wenn ich als Konsumentin während der kalten Monate Erdbeeren esse. Und es gibt immer – egal wovon man spricht oder worüber man nachdenkt - ein Dafür und ein Dawider.
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Auch ich habe gerade am kommenden Wochenende als Gast bei einem Essen, das erste Mal in diesem Jahr Erdbeeren kosten dürfen. Mir ist aufgefallen, dass sie überhaupt nicht süss geschmeckt haben, obwohl sie äusserlich mit ihrer roten Farbe sehr ansprechend aussahen. Ich war enttäuscht.
AntwortenLöschenIch denke, dass es darauf ankommt, wie weit Erdbeeren transportiert werden und unter welchen Umständen sie angebaut werden. Das Ganze soll immer noch möglichst natürlich sein. Früchte aus Treibhäusern finde ich beispielsweise etwas Schreckliches. Für mich können erst sonnengereifte Früchte richtig gesund sein!
Geduldig warte ich noch auf unsere knackigen und frischen Erdbeeren, die ich auch mit einem ganz reinen Gewissen viel besser geniessen kann.
Wenn ich ehrlich bin, gehörte ich lange auch zu diesen Kunden, die im Winter Erdebeeren kauften, da ich diese Beeren einfach liebe! Jedoch plagte mich auch schon länger das Schlechtegewissen und ich lasse mich nun mehr von Saisonfrüchten "inspierieren".
AntwortenLöschenAber ich muss dir, Katja, zustimmen. Die Erdbeeren im Winter sind leider nicht so süss und lecker wie wenn sie Saison wären und man sie gerade frisch pflückt.
Aber würde niemand hier die exportierten Erdbeeren oder andere Früchte/Gemüse kaufen, weil sie nicht Saison wären, was wäre dann? Man müsste sie wegwerfen, die Läden und vor allem auch die Arbeiter bekämen kein Geld. Das wäre doch auch nicht der Sinn und Zweck an der ganzen Sache, oder?
Mir wurde schon als Kind deutlich gemacht, dass man im Winter sicher keine Erdbeeren kauft. Hmm aber warum? Im Winter ist nicht die Saison für Erdbeeren. Also sicher nicht hier in der Schweiz. Aber in anderen Ländern. Ich bin auch der Meinung, dass wenn wir die Erdbeeren nicht kaufen würde, hätten einige Menschen keinen Arbeitsplatz. Doch wie hoch ist die Umweltverschmutzung, nur damit wir unserer Erdbeeren auch im Winter haben?
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