Mein Tag beginnt meistens mit einem Glas Orangensaft.
Leider ist er nicht selbst gepresst, sondern kommt aus dem Tetrapack, was der Kreis der für Verantwortlichen und Mitbeteiligten erheblich ausweitet.
Nach einigen Recherchen, welche mir den Vorgang beschrieb, welcher mein O-Saft durchlaufen hat hier nun den Beschrieb.
Nach der, in Brasilien in der Regel händischen Ernte der Orangen werden diese in die – meist in unmittelbarer nähe der Plantage gelegenen- Sortierbetriebe gefahren. Dort werden die Früchte gewaschen und nach diversen Bereichen aussortiert: für den Direktkonsum der Früchte in Brasilien, die Pressung und Produktion von Orangensaft für den einheimischen Markt oder die Herstellung von Orangenkonzentrat zum Export nach Übersee (vor allem nach Europa).
Von den Sortierbetrieben aus geht es in die Pressereien, dort werden die Orangen zunächst gepresst und der Saft gereinigt und pasteurisiert. Das gewonnene Konzentrat wird tiefgekühlt und zum Verladehafen transportiert, von wo er eine ca 12000 km lange Reise nach Europa antritt.
In den Häfen von Rotterdam und Gent wird das Konzentrat in die gekühlten Tanks der jeweiligen grossen Fruchtsaftkonzerne gepumpt, wo es unter Umständen auch mehrere Monate aufbewahrt werden kann. Von dort bringen Tankwagen es zu den diversen Auffüllbetrieben in ganz Europa. Dort wird das Konzentrat mit Wasser verdünnt, verloren gegangene Vitamine und Mineralstoffe werden zugesetzte und das Produkt verpackt. Die letzte Station sind schliesslich die Läden des Einzelhandels.
Daraus ist erkennbar wie viele Leute für mich gearbeitet haben. So sind es sicherlich Plantagearbeiter/innen, diverse Fabrikarbeiter/innen, Transporteure (Schiff, LkW), Ladenangestellte und zudem kommt noch der Weg der Verpackung (Produktion, Layout etc.) hinzu, welche weitere Mitbeteiligte einschliesst. Mein Beitrag ist nur der Kauf des Produktes.
Ich kaufe den Orangensaft im Lebensmittelgeschäft und auf der Verpackung findet man das Max-Havelaar-Gütesiegel und folgenden Text:
„Das Gütesiegel von Max Havelaar steht für fairen und kostendeckenden Handel mit Produzentenorganisationen in benachteiligten Regionen des Südens. Dieser Orangensaft wird gemäss strengen Standards und möglichst umweltschonend produziert sowie fair gehandelt. Dank einem Fonds können Bauernfamilien Arbeiterinnen und Arbeiter zudem Projekte zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen realisieren.“
Obwohl ich den O-Saft jeden Tag trinke, habe ich den Text noch nie gelesen. Ich finde es jedoch gut, dass beschrieben wird wie das alles von statten geht.
Ich könnte sicherlich nachhaltiger leben, wenn ich den Saft selber pressen würde, jedoch würde die Orange immer noch einen Weg zu hinterlegen haben, bis sie bei mir ist. Dadurch, dass ich beim Kauf auf das Gütesiegel achte, leiste ich bereits einen kleinen Beitrag zur Nachhaltigkeit.
Es ist jedoch erstaunlich, wie viele Leute und welch eine Arbeit hinter einem Glas Orangensaft stecken kann.
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Hallo Sabrina
AntwortenLöschenAls ich deinen Bericht gelesen habe, dachte ich „Wow, du häsch di würkli gnau informiert!“. Es war wirklich sehr spannend zu lesen und ich habe etwas Neues dazu gelernt.
Ich finde, du hast alles genau und ausführlich beschrieben und an jeden Ort der langen Reise gedacht. Wie du bereits geschrieben hast, war auch ich sehr überrascht und erstaunt darüber, wie viele Leute arbeiten müssen, dass man ein Glas O-Saft trinken kann.
Du hast geschrieben, dass dein Beitrag NUR das Kaufen sei. Ich finde das ist nicht NUR. Denn wenn du und viele andere auch keinen O-Saft kaufen würden, dann gäbe es keine Arbeit für Leute in der Fabrik, die die Orangen auspressen oder sie liefern müssen. Auch müssten die Orangen nicht verschifft werden, was bedeutet, dass noch mehr Menschen keine Arbeit hätten… (das ist alles etwas übertrieben formuliert…).
Dass du auf das Gütesiegel Max Havelaar schaust, finde ich super. Ich mache das auch so und ich denke, dass es den Menschen an den Produktionsorten helfen wird.
Grüässli Stéphanie Keel LG 06 F